Jojosi Projekt: Landschaftsnutzung, Nischenkonstruktion und kulturelle Evolution früher Homo sapiens in KwaZulu-Natal, Südafrika
Wie haben frühe Homo sapiens die Landschaften KwaZulu-Natals genutzt, ihre Umwelt aktiv gestaltet und dabei kulturelle Innovationen hervorgebracht? Diesen Fragen geht das von PD Dr. Manuel Will an der Universität Tübingen geleitete Projekt „Landscape use, niche construction and cultural evolution of early Homo sapiens in KwaZulu-Natal, South Africa“ nach, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. In Zusammenarbeit mit Svenja Riedesel der Universität zu Köln werden die komplexen Zusammenhänge zwischen menschlichem Verhalten, Landschaftsentwicklung und Umweltveränderungen systematisch untersucht.
Feldarbeit in KwaZulu-Natal, South Africa
Zielsetzung des Projekts
Das Jojosi-Projekt untersucht die Landschaftsnutzung, die kulturelle Evolution und das Verhalten frühzeitlicher Homo sapiens in der östlichen Region Südafrikas, mit Fokus auf die mittelsteinzeitliche (Middle Stone Age, MSA) Besiedlung in KwaZulu-Natal. Ziel ist es, die Dynamik von Landschaften, die funktionale Nutzung von offenen Geländestrukturen und die Interaktion von Mensch und Umwelt über die letzten ~120.000 bis 30.000 Jahre nachzuvollziehen.
Methodische Vorgehensweise
Die methodische Herangehensweise umfasst archäologische, geographische, geoarchäologische, geochemische und chronometrische Analysen. Besonders relevant für die Rolle von Svenja Riedesel ist die Optisch stimulierte Lumineszenz (OSL)-Datierung der Sedimente in den Jojosi-Dongas. Durch die OSL-Analysen wird sowohl das Alter der Ablagerungen als auch die zeitliche Einbettung der archäologischen Funde bestimmt. Dr. Svenja Riedesel liefert hiermit die Expertise für die präzise Anwendung dieser zerstörungsfreien Datierungsmethode, wodurch die chronologische Einordnung von Fundschichten und die Rekonstruktion von Landschaftsentwicklungen auf ein quantitativ belastbares Niveau gehoben werden.
Referenzen