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Studi-Perspektiven

Was passiert eigentlich gerade Spannendes in der physischen Geographie? Studierende des Masterseminars „Recent Research Topics in Physical Geography“ unter der Leitung von Mirijam Zickel sind genau dieser Frage nachgegangen. Im Zentrum standen dabei aktuelle wissenschaftliche Publikationen – von Ökosystemforschung über Geomorphologie bis hin zu Fernerkundung oder Geoarchäologie.

Die Artikel stammten aus Projekten, an denen Forschende des Geographischen Instituts beteiligt sind. Nach intensiver Lektüre, Diskussionen im Seminar und Interviews mit den Autor*innen entstanden daraus persönliche, gut verständliche Blogbeiträge, die fundierte Einblicke in die Welt der Forschung geben – aus Sicht der Studierenden.

Mit ihrem Einverständnis veröffentlichen wir die Beiträge hier im Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Entwicklung neu-denken in Namibias Zambezi-Region (Nangolo et al., 2025)

Wenn Straßen entstehen, kommt die Entwicklung von allein? Ganz so einfach ist es nicht – das zeigt eine aktuelle Studie des Forschungsteams um Prof. Dr. Revilla Diez über Entwicklungskorridore in der Zambezi-Region im Nordosten Namibias. Die Autor:innen untersuchen darin, ob groß angelegte Infrastrukturprojekte wie der „Walvis Bay Ndola Lubumbashi Development Corridor“ wirklich zu nachhaltiger regionaler Entwicklung führen – oder ob lokale Straßen am Ende mehr bewirken.

Die Publikation wurde Teil eines Master-Lektüreseminars der Physischen Geographie an der Universität zu Köln. Dort wurde sie von Studierenden unter der Leitung von Miriam Zickel analysiert, kritisch diskutiert und im Gespräch mit Justina Nangolo, als Mitglied des Forschungsteams, reflektiert. In diesem Blogbeitrag fassen die Studierenden ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen – eine Spurensuche zwischen Satellitendaten, Infrastrukturpolitik und der Frage, was „Entwicklung“ vor Ort wirklich bedeutet.

Blick unter das Eis (Gegg & Preusser, 2023)

Was haben kilometerdicke Eisschilde mit der Frage zu tun, wie wir heute mit unserem Untergrund umgehen? Eine ganze Menge – vor allem, wenn es um unsichtbare Täler unter der Erde geht, sogenannte glaziale Übertiefungen oder Tunneltäler. Diese Relikte vergangener Eiszeiten entstanden, als Gletscher das Gestein unter sich so stark ausschliffen, dass tiefe Rinnen im Untergrund zurückblieben – oft hunderte Meter tief, heute überdeckt von Sedimenten und unsichtbar für das bloße Auge.

Doch was bedeuten diese Strukturen heute – für Grundwasser, Geothermie oder sogar die sichere Lagerung von Atommüll? Genau damit hat sich eine aktuelle Studie des Forschungsteams um Prof. Dr. Frank Preusser beschäftigt, auf die Master-Studis des Lektüreseminars der Physischen Geographie gestoßen sind. Die Studierenden haben die Publikation analysiert, ein Interview mit Gastwissenschaftler Prof. Dr. Frank Preusser von der Universität Freiburg geführt und ihre Erkenntnisse in diesem Blogbeitrag für euch aufbereitet. 

Auswirkungen von Landnutzung in der Páramo-Region (Staß et al., 2025)

Was passiert, wenn Hochlandnatur zu Ackerland wird?
 In den Höhenlagen der ecuadorianischen Anden liegt ein faszinierendes Ökosystem, das auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkt – doch unter der Oberfläche schlummern echte Klima-Schätze: Die Rede ist vom Páramo. Hier speichern vulkanische Böden gewaltige Mengen organischen Kohlenstoffs und leisten so einen stillen, aber wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz. Doch was passiert, wenn diese Böden immer stärker landwirtschaftlich genutzt werden? Geht der gespeicherte Kohlenstoff verloren – und wenn ja, wie schnell und in welcher Form? Diesen Fragen ist ein Forschungsteam der Universität zu Köln nachgegangen. In einer Studie, die 2025 veröffentlicht wurde, haben sie untersucht, wie sich die Umwandlung von natürlicher Páramo-Vegetation in Acker- und Weideland auf den Kohlenstoffhaushalt der Böden auswirkt.

Unsere Studis haben sich intensiv mit der Publikation und ihren Ergebnissen beschäftigt – und die Inhalte für euch in diesem Blogbeitrag zusammengefasst. 

Mikroplastik in Rheinauen (Rolf et al., 2022)

Wenn ein Fluss über die Ufer tritt, bringt er nicht nur Wasser in die Auen – sondern auch ein beinah unsichtbares Problem: Mikroplastik. Doch was passiert damit, wenn das Wasser wieder abfließt? Bleibt es liegen, versickert es – und was bedeutet das für unsere Böden? Ein Forschungsteam des Geographischen Instituts der Uni Köln hat genau da am Beispiel der Rheinaue Langel-Merkenich näher hingeschaut und in ihrer Studie neue Erkenntnisse über die Ursachen und Mechanismen der Mikroplastikverteilung in Flussauen geliefert . 

Geographie-Studierende im Master haben sich mit der Studie und dem Forschungsprozess intensiv beschäftigt und den Inhalt für euch in diesem Blog-Eintrag aufbereitet.