Landschaften im Wandel – Bildung, Degradation und Regeneration von Staubwüstenlandschaften
Staubwüsten im Wandel
Die Atacama-Wüste in Chile gilt als die trockenste nichtpolare Wüste der Erde. Ihre Staubwüstenlandschaften werden durch fragile Oberflächenkrusten geprägt, die entscheidend für die Stabilität und Entwicklung der Landschaft sind. Doch wie entstehen diese Krusten, wie und warum zerfallen sie – und wie können sie sich regenerieren? Seit 2024, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), unter der Leitung von Professor Dr. Reimann und Dr. van der Meij, widmet sich das Teilprojekt C08 “Landschaften im Wandel – Bildung, Degradation und Regeneration von Staubwüstenlandschaften“ im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB1211 „ Earth – Evolution at the Dry Limit“ genau diesen Fragen.
Ziel des Projekts
Das Projekt untersucht die Bildung, Degradation und Regeneration der Oberflächenkrusten im hyperariden Kerngebiet der Atacama. Im Fokus steht die Rolle dieser Krusten für die geomorphologische Entwicklung von Staubwüsten und ihr Zusammenspiel mit klimatischen und biologischen Faktoren.
Die Forschenden wollen insbesondere:
- Zeitpunkte und Raten äolischer Aktivität bestimmen,
- die Widerstandsfähigkeit der Oberflächenkrusten analysieren,
- und Rückkopplungen zwischen Krustenstabilität und Landschaftsentwicklung identifizieren.
Hypothese
Die zentrale Annahme des Projekts lautet: Hydroklimatische Bedingungen und das damit verbundene mikrobielle Leben sind die Schlüsselfaktoren für die Stabilität von Oberflächenkrusten. Der Übergang von stabilen zu degradierten Krusten und somit zu einer diskontinuierlichen, lückenhaften Landschaft geht dabei mit einem ökologisch-geomorphologischen tipping point einher.
Bedeutung im Kontext des SFB 1211
Das Teilprojekt trägt dazu bei, die langfristige Entwicklung von Erde und Leben unter extremer Trockenheit besser zu verstehen. Gemeinsam mit anderen Projekten im SFB untersucht es die Atacama-Wüste in Chile als Modellregionen, um grundlegende Prozesse der Oberflächendynamik und biologischen Anpassung an extreme Wasserknappheit zu entschlüsseln.
Mehr zur Feldarbeit in der Atacama-Wüste findet ihr in unserem Exkursions-Blog.
Editiert von Luisa Loers.