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WEARING DOWN – der kontinentale Verwitterungs-Erosions-Transport-Ablagerungs-Nexus im neuen Licht

Wie verändern sich Landschaften über Jahrtausende hinweg? Welche Rolle spielen dabei Kräfte wie Tektonik und Klima, aber auch Verwitterung und Erosion? Und wie können wir diese komplexen Prozesse besser messen und verstehen? – Mit diesen Fragen beschäftigt sich das deutsch-französische Forschungsprojekt “WEARING DOWN- der kontinentale Verwitterungs-Erosions-Transport-Ablagerungs-Nexus im neuen Licht”, das seit 2021 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Die Erde als dynamische Schnittstelle

Unsere Erdoberfläche unterliegt ständiger Veränderung und der Steuerung durch tektonische und klimatische Prozesse. Flüsse schneiden Täler in Gestein, Wind und Regen tragen Sedimente ab - und am Ende entstehen neue Landschaften. Dieses Zusammenspiel von Verwitterung, Erosion, Transport und Ablagerung unter dem Einfluss von Klima und Tektonik ist hochkomplex – und zugleich entscheidend, um langfristige Veränderungen in Ökosystemen, Wasserkreisläufen oder auch Lebensräumen des Menschen zu verstehen.

Ziel des Projekts

Das Projekt WEARING DOWN will ein neues, quantitatives Verständnis dieser Prozesse entwickeln. Im Fokus steht der sogenannte kontinentale Verwitterungs-Erosions-Transport-Ablagerungs-Nexus – also der Wirkungszusammenhang, der von der Zersetzung von Gestein bis zur Ablagerung von Sedimenten reicht.
   Um dies zu erreichen, sammelt das Team Schlüsselinformationen über:

  1. Die Verwitterung und Erosion von Landschaften
  2. Den Transfer von Sedimenten in fluvialen Sytemen
  3. Als Reaktion auf tektonische und klimatische Einflüsse

Moderne Methoden im Einsatz

Ziel des Projektes ist ebenfalls die Verbesserung und Erweiterung modernster geochronologischer Methoden und Modelierungstechniken.

Für das Projekt sollen zunächst auf Basis von Lumineszenz und kosmogenen Nukliden geochronologische Daten aus fluvialen Systemen gewonnen werden. Die Datenerhebung findet vor allem an fluviale Systemen in  Neuseeland und Chile statt. Die gewonnenen Daten sollen dann systematisch mit experimenteller und numerischer Modellierung gekoppelt werden.

Ein internationales Team

Geleitet wird das Projekt von Dr. Steven Binnie und Professor Dr. Tony Reimann aus Deutschland in Kooperation mit Professor Dr. Stephane Bonnet aus Frankreich. Das Deutsch-Französische Team umfasst Forschende, die auf Analyse, Modellierung und Datierung von Oberflächenprozessen spezialisiert sind und somit alle Kernbereiche des Projekts abdecken. Im Februar und März 2023 wurde bereits im Rahmen des WEARING_DOWN-Projekts eine Geländekampange in Neuseeland durchgeführt. 

Warum das so wichtig ist

Das bessere Verständnis des kontinentalen Verwitterung-Erosion-Transport-Ablagerung-Nexus ist nicht nur für die Grundlagenforschung spannend, sondern ist ebenfalls für unsere Zukunft relevant. Es hilft uns, Naturgefahren wie Erdrutsche oder Hochwasser besser einzuschätzen, die Folgen des Klimawandels auf Landschaften zu verstehen und nachhaltige Entscheidungen im Umgang mit unserer Umwelt zu treffen.

Editiert von Luisa Loers.