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8. Kreuzwasser

Sie befinden sich an der Station Kreuzwasser des Stadtklima-LEAPs inmitten des rechtsrheinischen Äußeren Grüngürtels. 

Hier, unmittelbar hinter der Schallschutzmauer der Autobahn 3, findet sich eine kulturhistorische Besonderheit, an der sich die Bäche Strunde und Faulbach/Flehbach kreuzen. Diese LEAP-Station bildet eine Schnittstelle zum Flehbach-LEAP zum Thema "Wasser", welcher ebenfalls die Station Kreuzwasser passiert. Die Strunde wurde einst für die Mühlennutzung verwendet und galt als einer der fleißigsten Bäche in Deutschland. Das Bauwerk Kreuzwasser ist schon um das Jahr 1000 erbaut worden. Die Strunde wird über ein Aquädukt über den langsam fließenden Faulbach geleitet und anschließend in diesen eingeleitet. Man verwendete das Bauwerk, um den Lauf der Strunde für die Mühlennutzung zu verlängern. Im Jahre 1893 wurde die Betonkonstruktion gebaut und im Rahmen der Strukturfördermaßnahme „Regionale 2010“ restauriert.

Die Betrachtung von Gewässerabschnitten ist relevant für das Stadtklima. Zum einen kühlen Oberflächengewässer wie die Strunde und der Faulbach das Lokalklima durch die Verdunstung. Im Sommer 2019 werden an der Station Kreuzwasser mit 20,3 und 20,4°C um 2°C niedrigere Temperaturmittel gemessen als an der LEAP-Station Wiener Platz (22,56°C). Moorreiche, nasse Flussniederungen speichern Kohlenstoff und tragen so zum langfristigen Klimaschutz bei. Zum anderen können Fließgewässer und ihre Auen eine wichtige Rolle in der Klimawandel-Anpassung übernehmen. Natürliche Auen verändern den zeitlichen Ablauf des Hochwassers durch die Bremswirkungen der Pflanzen und die Rauheit der Geländeoberfläche. Ein natürlicher Fließgewässerverlauf mit Kurven, so genannten Mäandern, sorgt für eine verringerte Fließgeschwindigkeit. Hochwasserwellen werden so abgeflacht. Durch eine durchlässige Gewässersohle können zudem große Wassermengen in den Boden einsickern und zur Neubildung von Grundwasser beitragen. Diesen Prozess nennt man Infiltration.

Lassen Sie die Station Kreuzwasser hinter sich und betrachten Sie doch einmal den Gewässerverlauf der Strunde. Anhand der App Gewässerstrukturgüte in der Einsteiger- oder Expertenversion können Sie den Gewässerabschnitt der Strunde hinsichtlich seiner Funktion im Naturhaushalt bewerten. Das Verfahren beruht auf der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Mit der so genannten Gewässerstrukturgüte-Kartierung lassen sich die natürlichen und künstlichen Strukturen am und im Fließgewässer beurteilen. Für den Zustand der Gewässer und den Hochwasserschutz sind in Köln die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) verantwortlich.

Wie schätzen Sie die Hochwasserschutzfunktion und die ökologische Funktion der Strunde an diesem LEAP-Standort ein?

Der Stadtklima-LEAP führt Sie nun zur Station Merheimer Heide.