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Kobe Earthquake Museum 06.03.2026

Am 6. März 2026 besuchten wir im Rahmen unserer Exkursion das Great Hanshin-Awaji Earthquake Memorial - Disaster Reduction and Human Renovation Institution in Kobe, ein Museum, das an das verheerende Erdbeben von 1995 erinnert und gleichzeitig als Lern- und Forschungszentrum für modernen Katastrophenschutz dient. Das Museum behandelt die Auswirkungen des Hanshin-Awaji-Erdbebens vom 17. Januar 1995, das mit einer Magnitude von 7,2 weite Teile Kobes zerstörte, hunderttausende Menschen obdachlos machte, zehntausende verletzte und über 6.400 Todesopfer forderte.

Inhaltlich bot das Museum einen umfassenden Einblick in die Vulnerabilität urbaner Räume in erdbebengefährdeten Gebieten. Ein chronologischer Film zeigte das Leben in Kobe vor der Katastrophe, die Ereignisse des Bebens selbst und dessen unmittelbaren Auswirkungen und schließlich den Wiederaufbau der Stadt. Besonders eindrucksvoll war ein rekonstruierter Straßenzug, der die Trümmerlandschaft kurz nach dem Beben nachstellte und den man selbst durchlaufen konnte. In ihm konnte man zumindest ansatzweise zu spüren bekommen, was die Menschen damals in der Stadt erlebt haben. Außerdem gab es ein Earthquake Theater, das über große Leinwände mit Bild und Ton verschiedene reale Ereignisse und Katastrophen innerhalb Kobes “live“ nachstellte, sodass man die Auswirkungen und die Kraft eines solchen Erdbebens mit eigenen Augen erfahren konnte. Highlight war jedoch ein Volunteer des Museums, der uns mithilfe kleiner Experimente zwei zentrale Aspekte anschaulich näherbrachte. Beim Phänomen der Bodenverflüssigung zeigte er, wie wassergesättigte Böden bei seismischen Erschütterungen ihre Stabilität verlieren und dadurch Bauwerke und Infrastruktur zusätzlich gefährden. Dieses Phänomen war beim Erdbeben 1995 in Kobe ein wesentlicher zusätzlicher Treiber der Zerstörung, neben den direkten Schäden durch die Erschütterungen selbst und den sich im ganzen Stadtgebiet ausbreitenden Bränden. In einem zweiten Experiment zeigte er, wie moderne Bautechniken den Schutz von Gebäuden vor Erdbeben verbessern können und so zur Stärkung der Resilienz urbaner Räume beitragen. Außerdem gab er uns noch einige Verhaltenstipps mit an die Hand, wie wir uns am besten verhalten sollen und wo wir Schutz suchen können, falls wir selbst einmal ein Erdbeben erleben. Nach dem Besuch des Museums liefen wir durch die Stadt und konnten dabei einige Anpassungen an Gebäuden und in der Stadt nach dem Wiederaufbau selbst wiedererkennen.

Nachmittags gingen wir noch zum Hafen, wo wir uns ein Waterfront-Development-Projekt angeschaut haben, das die Umwandlung ehemaliger Industrie- und Hafenflächen im Zuge des Wiederaufbaus umfasst.

Simon Wilsing