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15: Mandalay

17.09.19

Wir starten mit einem ausgiebigen Frühstück in einem fußläufig erreichbaren Restaurant, das für seine morgendlichen Speisen bekannt und vor allem bei jungen Leuten und Studierenden beliebt ist. Anschließend holt uns ein kleiner Reisebus ab, der uns für den heutigen Tag als Transportmittel dient. Mandalay ist ein Ort des letzten Königreichs , ehe es im Jahre 1885 unter die britische Kolonialherrschaft fiel. Mit 1,7 Millionen Einwohnern ist Mandalay die drittgrößte Stadt Myanmars und stellt das kulturelle Zentrum des Landes dar, was wir noch an den zahlreichen buddhistischen Pagoden und Tempeln erkennen sollten. Im Zuge des Bevölkerungswachstums und rapider Urbanisierung findet eine rasante Transformation statt, was sich in sozioökonomischem Wandel und der Veränderung des Stadtgefüges ausprägt. Unser erster Standort ist die U-Bein-Brücke, die längste und älteste aus Teakholz gefertigte Brücke der Welt, die über den Thaung Tha Man-See führt. Sie erfährt nicht nur deshalb große Beliebtheit von Tourist*innen, sondern aufgrund des schönen Panoramas, welches vor allem zur Zeit des Sonnenauf- und untergangs entsteht. Unter den Sehenswürdigkeiten Mandalays gehört sie zu den Top-Favoriten, weshalb sich eine Reihe an Händlern an der Brücke angesiedelt haben, um lokale Wollware, Handarbeiten, Souvenirs, Speisen und Getränke anzubieten.

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  • Buddha-Manufaktur © Joshua Bühler
  • © Frauke Kraas
  • © Frauke Kraas
  • © Frauke Kraas
  • Satellitenstädte an den Ausläufern der Stadt © Joshua Bühler

Das nächste Ziel ist eine Weberei, in welcher traditionelle Textilien hergestellt werden. Die Besichtigung endet mit einer Shoppingtour in dem nahe gelegenen Laden, der die lokal produzierten Waren verkauft. Viele von uns decken sich hier mit den traditionellen Longyis ein- Wickelröcke mit verschiedenen Farben und Mustern, die sowohl von Frauen als auch Männern getragen werden. Ob die zurück in Köln auch nochmal getragen werden? „Klaaar, die sind ja so entspannt!“ ist da vielleicht nicht die unglaubwürdigste Antwort. Wir fahren weiter und besichtigen eine Buddha-Manufaktur. Hier gibt es Buddha-Statuen aus weißem Marmor soweit das Auge reicht. Wir nehmen Statuen wahr, die kein Gesicht haben. Jedoch hat das keinen speziellen buddhistischen Hintergrund, sondern soll dem potentiellen Käufer die freie, individuelle Gestaltung möglich machen. Eine Ecke weiter befindet sich der Jade-Markt. Hier treffen sich Handwerker*innen, Händler*innen und Interessenten für das begehrte Mineral. Myanmar hat ein bedeutendes Vorkommen an Jade, was hier in allerlei Formen angeboten wird- ob in Rohform oder geschliffen, als Armreife, Ohrringe oder Halsketten. In einem Shop werden neben Jade auch Rubine und andere Edelsteine zu drei- bis vierstelligen Summen (in USD) angeboten. Wir belassen es aber bei interessierten Blicken und erfrischen uns stattdessen mit einem Limettenshake. Bei der Hitze, die in der Stadt vorherrscht, kann so zumindest ein kurzer Moment der Abkühlung geschaffen werden.

Nach der Besichtigung weiterer buddhistischer Tempel nähern wir uns langsam dem Untergang der Sonne. Wir halten an der Kuthodaw-Pagode, die als „größtes Buch der Welt“ bekannt ist. Hierbei handelt es sich aber nicht um ein auf Papier gedrucktes Buch mit mehreren Metern Durchmesser, sondern hier sind  die Lehren Buddhas, der sogenannte Pali-Kanon, auf Marmorplatten auf über 700 weißen Stupas festgeschrieben. Nach einem kurzen Input zweier Kommilitoninnen und einer angeregten Diskussion begeben wir uns für den Abschluss des Tages an den Ort, nach dem die Stadt benannt ist: den Mandalay Hill. Von hier oben hat man eine gute Sicht auf den Königspalast, der von einem Wassergraben umgebenen Rechteck aus dem Stadtbild heraussticht. Zudem wird der städtische Transformationsprozess sichtbar, was man an dreidimensionalen Bauten, das Ausgreifen der Siedlungsbereiche in die umliegenden Gebiete und Satellitenstädten erkennen kann. Natürlich sind wir nicht die Einzigen, die sich den Sonnenuntergang mit Blick über die Stadt anschauen wollen. Hier tummeln sich Mönche, Einheimische und Tourist*innen. Nach einer erlebnis- und erkenntnisreichen Stadtexkursion hätte man sich keinen besseren Ort vorstellen können, um den Tag zu beenden.

Joshua Bühler

Sonnenuntergang vom Mandalay Hill © Joshua Bühler
Ubein Brücke Mandalay © Joshua Bühler